Ein Jahr nach der Aufdeckung des Madoff-Skandals haben europäische Investoren ein gesamteuropäisches Syndikat mit dem Ziel der Wiedergewinnung ihrer Verluste in Madoff-infizierten Fonds gebildet. Die Analyse von Deminor zeigt, dass Feeder-Fonds von Madoff unter dem Bruch europäischer Regelungen etabliert worden waren, Investoren getäuscht wurden und die Dienstleistungsunternehmen bei der Erfüllung ihrer vertraglichen und gesetzlichen Pflichten versagt hatten. Die Kunden von Deminor sind mehr denn je zur Wiedergewinnung ihrer Verluste von den verantwortlichen Institutionen entschlossen. Die Investoren können sich nicht auf die Handlungen seitens dritter Parteien verlassen, wie zum Beispiel des US Konkursverwalters oder der Fondsliquidatoren, sofern sie von einer maximalen Rückführung der Verluste profitieren wollen.
A. Ein internationales und diversifiziertes Syndikat von mehr als 1000 Investoren
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt repräsentiert Deminor mehr als 1000 Investoren mit Anlagen in die sogenannten "Madoff feeder-funds". Diese Investoren kommen überwiegend aus Europa (die Niederlande, Frankreich, Italien, Deutschland, Schweiz und Belgien) sowie aus Südamerika (Argentinien und Uruguay). Es handelt sich um private oder institutionelle Investoren mit einem gesamten Verlust von ungefähr EUR 400 Millionen. Die Verluste pro Investor rangieren in einer Bandbreite zwischen EUR 5.000 bis zu EUR 30.000.000.
Erik Bomans, einer der Partner von Deminor: "Investoren müssen die Wichtigkeit des gemeinsamen Handelns verstehen, um eine gemeinschaftliche, repräsentative Front gegen die involvierten Institutionen zu bilden. Diese bleiben bei ihrer sturen Verweigerung beim Ausgleich der Verluste trotz eindeutiger Evidenz darüber, dass sie ihre gesetzlichen Verpflichtungen gebrochen haben. Wir sind überzeugt, dass nur das Agieren in einer repräsentativen Gruppe zu einem positiven Ergebnis führen kann".
B. Erfolge seit Dezember 2008 und ein Update der rechtlichen Analyse
Seit Dezember 2008 war Deminor in erster Linie mit den folgenden Investmentfonds, deren Assets Bernard Madoff Investment Securities LLC ("BMIS") anvertraut und von ihr gemanagt wurden, befasst: Luxalpha, Luxinvest, Thybo International, Plaza, Herald Lux, Kingate, Hermes und Fairfield. Court, wobei behördliche Maßnahmen in Luxemburg, Monaco und den Britischen Jungfraueninseln veranlasst wurden. Ein Verfahren in den Niederlanden befindet sich im Stadium der Vorbereitung.
Deminor absolvierte die der gerichtlichen Aufarbeitung vorgeschaltete Aufdeckungsphase vor den luxemburgischen Gerichten erfolgreich. Diese diente dem Ziel sich weiterführende Informationen bezüglich der Beziehung zwischen den involvierten Finanzinstitutionen und der BMIS zu beschaffen. Die Dokumente offenbaren, dass Madoff alle bedeutsamen Funktionen akkumuliert hat und keine geeigneten Kontrollmechanismen bezüglich der Aktivitäten von BMIS seitens der designierten Depotstellen (d.h. UBS and HSBC) bestanden. Die Investoren wurden so über die wirkliche Natur ihrer Investments getäuscht, weil der Prospekt essentielle Information nicht erwähnt und die mit den UCITS Fonds verbundenen rechtlichen Sicherheiten gebrochen wurden.
Erik Bomans: "Wir verfügen über ernstzunehmende Hinweise darüber, dass UBS und/oder Ernst & Young die Luxemburger Finanzaufsichtsbehörden nicht korrekt informiert haben über die Delegation der Depotverwahrung an BMIS, was zu erwarten gewesen wäre, um zur Übereinstimmung mit den luxemburgischen Regelungen zu gelangen. Unsere Analyse zeigt, dass UBS und/oder Ernst & Young materiell falsche Angaben gegenüber den luxemburgischen Finanzaufsichtsbehörden gemacht haben infolge der nicht erfolgten Erwähnung, dass BMIS Unterdepotstelle der UBS für die Madoff Feeder-Fonds war".
Nach den vorgerichtlichen Maßnahmen und dem Abschluß der Analyse hat Deminor im Oktober 2009 eine Schadensersatzklage gegen verschiedene Rechtspersönlichkeiten der UBS in Luxemburg eingereicht. Gerichtliche Schritte gegen HSBC, Citco, Ernst & Young und PwC sind im Stadium der Fertigstellung und werden in Kürze bei den zuständigen
Gerichten eingereicht werden.
Deminor schrieb zu verschiedenen Anlässen an die Commission de Surveillance du Secteur Financier ("CSSF"), die luxemburgische Finanzregulierungsbehörde. Kürzlich hat Deminor verlangt, dass die CSSF UBS sanktioniert als Investment Manager des Luxalpha wegen der Verletzung des luxemburgischen Gesetzes. Die CSSF hat bis jetzt auf die Argumente von Deminor nicht geantwortet.
Erik Bomans: "Wir sind davon überzeugt, dass BMIS als Investment Manager gehandelt hat und nicht nur als Depotstelle und als Broker. Fakten zeigen: UBS war der Umstand bekannt, dass BMIS mehr tat als nur die Ausführung von Handelsaufträgen. Die Delegation an BMIS bedeutete aus diesem Grund einen Bruch der anwendbaren luxemburgischen und europäischen Gesetze, denn die Funktionen des Investmentverwalters und der Depotverwahrung können nicht an dieselbe Rechtspersönlichkeit delegiert werden. Die Anlage des Fonds war von Anfang an illegal". Deminor fordert von der CSSF der UBS die Lizenz UBS als Investmentverwalter in Luxemburg zu entziehen.
Trotz klarer Evidenz bezüglich des Bruches ihrer vertraglichen und gesetzlichen Verpflichtungen, haben die bedeutenden internationalen Institutionen, welche als Depotstellen, Investmentverwalter oder Wirtschaftsprüfer agierten, darin versagt ihre Verantwortung anzuerkennen. Die Investoren müssen Klagen in den entsprechenden Jurisdiktionen einreichen, weil eine abwartende Haltung den Ausschluss von einer Wiedergewinnung bedeuten kann und sie diese Institutionen nicht zu einer Änderung ihrer gegenwärtigen Verhaltensweisen zwingt.
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Erik Bomans
Deminor International SCRL
+32-2-674.71.10
erik.bomans@deminor.com
Bruno Wagner
Deminor International SCRL
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bruno.wagner@deminor.com