09-12-2010: Zwei Jahre nach Madoff

2.500 Europäische Investoren sind unter der Führung von Deminor zur wiedergewinnung ihrer verluste entschlossen

 

Zwei Jahre nach der Aufdeckung des Madoff-Betruges setzen 2.500 europäische Investoren ihre Aktionen zur Wiedergewinnung ihrer Verluste aus Investments in Madoff-infizierte Fonds fort. Eine Analyse von Deminor, die von den jüngsten Entwicklungen des Falles eindrucksvoll bestätigt wurde, zeigt, dass der Betrug entdeckbar war und die finanziellen Institutionen sowie verantwortlichen professionellen Marktteilnehmer bei den mit Madoff assoziierten Risiken aus Geschäftsgründen und wegen der Vereinnahmung zusätzlicher Provisionen wissentlich weggesehen haben. Die europäischen Investoren sollten sich nicht auf die kürzlich vom US-Konkursverwalter eingereichten Klagen verlassen, wenn Sie eine Maximierung der Rückführung ihrer Verluste anstreben.


A. Fakten und Zahlen zur wahrscheinlich grössten Opfergruppe Europas

 

Seit Dezember 2008 hat Deminor die Mandate von ungefähr 2.500 direkten Opfern Madoff-Betruges und der Nachlässigkeit der professionellen Marktteilnehmer (Depotbanken, Anlageverwalter und Wirtschaftsprüfer) erhalten, die in Gründung und Unterhalt der sogenannten "Madoff feeder-funds" involviert waren. Die  Investoren, die insgesamt 400 Millionen Euro verloren haben, stammen überwiegend aus Europa (Deutschland, Frankreich, Belgien, die Niederlande, Schweiz, Italien etc.) stammen. Erst unlängst waren 750 deutsche Anleger dem Konsortium beigetreten.

 

Wahrscheinlich handelt es sich bei den von Deminor repräsentierten Anlegern um die in diesem Fall grösste aktive Opfergruppe, die sehr entschlossen ist, die erlittenen Verluste zurückzuholen.


B. Was wurde seit dem Dezember 2008 erreicht?

 

Vorgerichtlicher Bemühungen im Verlauf des Jahres 2009 brachten sensible Dokumente an den Tag. Diese warfen Licht in die Beziehung zwischen den Feeder-Fonds, den Serviceunternehmen und Madoff. In den Jahren 2009 und 2010 wurden folgende Schadensersatzklagen vor den Gerichten des Grossherzogtums Luxemburg und in Amsterdam eingeleitet:

 

• im Namen von 1.000 Investoren gegen UBS,
• im Namen von rund 750 Investoren gegen HSBC und
• im Namen von rund 750 Investoren gegen Citco.

 

Diese Banken und Dienstleistungsunternehmen haben trotz klar formulierter Verpflichtungen und Verbote die von ihnen zu erfüllenden Aufgaben und Funktionen vollständig an Madoff delegiert mit dem sie ein sogenanntes „sub-custody agreement" eingegangen waren und dessen Existenz in bewusster Weise weder den Investoren noch den lokalen Behörden bekannt gemacht worden war. Darüber hinaus hatten sie es unterlassen eine saubere Due Diligence bei Madoff durchzuführen, obwohl eine solche bei der Ernennung eines "Sub-Custodians" (siehe Richtlinien der "International Securities Services Association" - hier sind sowohl UBS als auch HSBC Mitglieder) zu den Standards gehört oder es zugelassen Madoff trotz aller zu ihrer Kenntnis gebrachten alarmierenden Befunde ihrer Wirtschaftsprüfer einzusetzen (siehe Berichte von KPMG der Jahre 2006 und 2008 mit dem Titel "Review of fraud risk and related operational risks at Bernard L. Madoff Investment Securities LLC". In den Berichten wurden mehr als 20 Risiken für Betrug sowie Risiken operationeller Natur identifiziert). Die Berichte von KPMG bestätigen, dass der Betrug leicht aufdeckbar war ("the fraud was easily detectable").

 

Meritorische Klagen gegen die Wirtschaftsprüfer (hier: E&Y und PwC) wurden bereits eingeleitet beziehungsweise werden in den geeigneten Jurisdiktionen binnen kurzer Frist eingeleitet werden, weil sie darin versagten inter alie die Investoren und die lokalen Regulierungsbehörden über die den realen Fondsstrukturen innewohnenden Risiken zu informieren. Madoff - dessen Name niemals im Prospekt erwähnt worden war - übte unter der Verletzung der Gesetze und elementarer Sicherheitsrichtlinien der Fondsindustrie (ein und dieselbe Person kann nicht als Investmentmanager und Treuhänder agieren, um die Unterschlagung von Fondsgeldern zu vermeiden) volle Kontrolle über die Vermögensbestandteile aus.

 

C. The recent lawsuits initiated by the US Trustee: same objectives as the European initiatives?


Deminor nimmt zur Kenntnis, dass der US-Insolvenzverwalter jüngst eine Welle von Klagen gegen verschiedene Rechtspersönlichkeiten und natürliche Personen vor New Yorker Gerichten ausgelöst hat. Die Hauptsorge aus der Sicht der Investoren diesseits des Atlantiks besteht darin, ob die Massnahmen des Insolvenzverwalters auch den europäischen Anlegern alle erforderliche Gewähr bieten, um ihnen eine Maximierung des Wiedergewinnungspotenzials zu erlauben.

 

Die US-Gerichtsverfahren zielen darauf ab Gelder zugunsten des "Madoff estate" hereinzuholen, um diese schliesslich weiterzuverteilen an die "Kunden" von Madoff - ein von US-Gerichten in seinem strengsten Sinne verwendeter Ausdruck. Der Terminus "Kunden" bezeichnet jene Investoren mit einem "Managed Account" bei Madoff, die infolgedessen eine direkte Exposition zu Madoff hatten. Die überwiegende Anzahl der von Deminor repräsentierten europäischen Investoren hatte nur eine indirekte Exposition zu Madoff mittels Investments in die "Madoff feeder-funds". Sie werden dementsprechend nicht als "Kunden" definiert. Folglich bleiben sie einerseits von der (i) USD 500,000 SIPC Einlagensicherung (in der Form einer Einheitssumme, die von den US-Behörden allen "Kunden" von Madoff garantiert wird und andererseits von (ii) irgendwelchen direkten Auszahlungen aus dem „Madoff estate" ausgeschlossen.

 

Ein weiterer Gesichtspunkt liegt in der behaupteten Versäumnisse von Finanzinstitutionen wie UBS, HSBC und Citco deren Folgen überwiegend europäische Investoren betrafen während auf der anderen Seite jene finanziellen Mittel die der Insolvenzverwalter von diesem Institutionen und den Serviceunternehmen wiedergewinnen würde, allen Madoff-Opfern - damit also auch den US-Opfern mit einem Managed Account bei Madoff, die in keiner wie auch immer gearteten Beziehung zu UBS, HSBC und Citco stehen - gutgeschrieben würden. Um eine mögliche Verwässerung ihrer Wiedergewinnung (Potential) zu vermeiden, ist es für europäische Anleger von grösster Bedeutung sich nicht auf die Klageverfahren des US-Konkursverwalters zu verlassen, sondern selbst geeignete Massnahmen im Hinblick auf eine volle Kompensation der eigenen Verluste zu ergreifen.

 

* * *

 

Kontaktpersonen:


Bruno Wagner

+32 2 674 71 10

bruno.wagner@deminor.com

 

 

Edouard Fremault

+32 2 674 71 10

edouard.fremault@deminor.com

 

Franck Walter, Walter-Invest

 


PDF Deminor_2 Jahre nach Madoff_Dezember 9, 2010.pdf